Untersuchung der zwei weiteren Obertonreihen

Die Grundreihe steht natürlich nie als solche abgeschlossen da.

Jedes Material schwingt in vielfältigster Weise mit einer Fülle von Obertönen.
So schaffen die folgenden Vielfachen :
11  (Bsp. 1100 Hertz), 13(Bsp. 1300 Hertz), 17 (Bsp. 1700 Hertz),
19 (Bsp. 1900 Hertz),  23 (Bsp: 2300 Hertz), 29 (Bsp.2900 Hertz), 31 (Bsp. 31000)
dissonante Schwingungsverhältnisse, die außer zum Grundton keine harmonischen Relationen  zu den vorigen Obertönen bilden  Sie gehören nicht zu den `harmonics`.
Nicht ganz zufällig sind es zwar ganzzahlige Vielfache, aber höhere Primzahlen.
              Verfolgen wir die Obertonreihe 2.Grades
so ist der 9. Oberton nicht 2 * das Dreifache,
sondern                            3 * das  Dreifache.
Das wäre also die Quinte der Quint und entspricht etwa der None
Der 10. Oberton ist die Verdoppelung des fünften Obertons
also eine Oktavierung der Terz:  Terz2.
Der 11. = dissonant
Der 12. Oberton ist die Verdoppelung des 6. Obertones,
also eine Oktavierung von Quint2: Quint3.
Der 13.= dissonant
Der 14. Oberton ist die Verdoppelung des siebenten Obertones,
also eine Oktave der Septime :Septime2
Der 15. Oberton ist wieder das Dreifache des fünften Obertones,
also die gr .Terz der großen Terz, hat damit eines gewissen Reibe-Charakter (Bsp. C- gis)
Der 16. Oberton ist wieder eine reine Oktavverdoppelung innerhalb der
Oktavreihe des Grundtones.
 

 

                                     Nun die dritte Reihe : 16-32

Der 17.= dissonant

Der 18. Oberton ist die Verdoppelung des 9.Obertones und das 6-fache
            des dritten Obertones, hat also noch einen gewissen Zusammenhang im Quintenraum
Der 19.= dissonant
Der 20. Oberton ist die Verdoppelung des 10. Obertones und das Vierfache
            des 5. Obertones, hat also einen klaren Terzcharakter
Der 21. Oberton erscheint recht dissonant. Er ist das 3fache des siebten Obertones,
            also die unklare Septime einer unklaren Septime zum Grundton.
Der 22. Oberton = 2*11 , also dissonant
Der 23.=dissonant
Der 24. Oberton ist eine dreimal verdoppelte Quint, 3 *2 *2 * 2 , also Quint4
Der 25. Oberton ist 5* der fünfte Oberton, 5*2* 3/2, also eine sehr schillernde Terz
Der 26. Oberton 2*13 = dissonant
Der 27. Oberton besteht aus dem Dreifachen des neunten Obertones,
            also einer sehr komplexen Quintbeziehung.
Der 28. Oberton ist das Vierfache vom siebten Oberton,
            7 *2 *2, also eine klare Septime
Der 29.= dissonant
Der 30. Oberton ist das 6-fache des 5.Obertones, 5 *2  *3
          also weit entfern von der Terz.
Der 31.= dissonant
Der 32. Oberton ist wieder innerhalb der Zweierpotenz, der Oktavreihe des
            Grundtones.  2 *2 *2 *2 *2

als Verdeutlichung ein matrix32-Schieberegler
 

Da ein erneuter Oktavton des Grundtones erst als 64. Oberton erscheint, dann als 124. dann als 256 usw. können wir davon ausgehen, dass nun die Zwischenräume von einer Unzahl von Dissonanten, deren Vielfachem und ungeraden Vielfachen der Grundreihe gefüllt ist.
Glücklicherweise haben diese bei harmonisch schwingenden Vorgängen einen so hohen Energieverlust, dass sie bewusst oder auch störend kaum mehr wahrgenommen werden können.
Andererseits liegt hier das Feld der elektronischen Klanggestaltung, die ja jeden Oberton verstärken kann, ihm sogar einen eigenen - hörbaren - Klangverlauf in der Zeit zu geben imstande ist.
Es gibt nun die Möglichkeit, entsprechend der bekannten "wavetable", Klänge induktiv zu erzeugen, z.B. aus 32 einzelnen Obertonwellen. Im Gegensatz zur deduktiven Weise, bei der man aus einem Klanggebilde Einzelstrukturen durch Filterungen herstellt.
Durch die kreative Gestaltung dieser neuen Klangwelt mit den zahlreichen Kombinationsmöglichkeiten verschiedenster Parameter entsteht ein eigener Mikrokosmos von Klang- und Resonanzbewegungen in faszinierender Feinheit und Mannigfaltigkeit.
Um diese aber wahrnehmen zu können und aesthetischen Genuss daran zu haben, bedarf es der Einübung des Gehörs, sich auf die sensiblen Klangereignisse einzustellen.

zurück