Intervallkunde (vorwiegend Klasse 6)
1. Allgemein
Definition: Das Wort "Intervall" stammt
aus dem Lateinischen und bedeutet hier zwischen Tönen.
Ein Intervall ist also der Abstand zwischen zwei unterschiedlichen
Tonhöhen.
(Man zählt jeweil den ersten und den letzten Ton)
Der Abstand von 1 - 2 ( a-b) heißt
Sekunde
1 - 3 ( a-c)
Terz
1 - 4 ( a-d)
Quarte
1 - 5 ( a-e)
Quinte
1 - 6 ( a-f)
Sexte
1 - 7 ( a-g)
Septime
1 - 8 ( a´-a´´)
Oktave
Auch 1 - 1
(a -a) zählt als
Tonwiederholung zu den Intervallen
Prime
Es gibt Tonwiederholungen, Tonschritte und Tonsprünge
Die Intervalle können abwärts oder aufwärts gezählt
werden.
2. Die Intervalle
in ihrer Funktion:
a) Die Quarte
Es ist der Abstand vom ersten zum vierten Ton: so - do
und gehört zu den "reinen" Intervallen.
Beispiel: c-f; g-c;
Dieses Intervall ist typisch für Signale der
Feuerwehr, der Posthörner, der Jagdhörner.
Die Quarte erscheint meist als Auftaktquarte, springt in den Grundton
und hat einen starken, auffordernden oder auch warnenden Charakter.
b) Die Sekunde
Es ist der Tonschritt von einem Ton zum benachbarten: do - re
Es ist das Grundintervall einer Tonleiter und kommt in einfachen
Kinderliedern vor. "Alle meine Entchen --
Beispiel c -d ; g -a;
Die Tonleiter zeigt aber auch kleine Sekunden (3 -4), (7-8)
mi-fa , ti do
Die kleine Sekunde wird auch Halbtonschritt
genannt, der
Schritt zur direkt benachbarten, meist schwarzen Taste.
Die chromatische Tonleiter besteht nur aus solchen
Halbtonschritten.
Eines der bekanntesten Klavierstücke von Ludwig van Beethoven:
"Für Elise" besteht in seinem Anfangsmotiv aus kleinen Sekunden
e -dis -e -dis -e (h ........
Auch das Lied "Mein kleiner grüner Kaktus" benutzt diese
Intervallfolge.
c) Die Terz
Es ist der Abstand vom ersten zum dritten Ton : do - mi
Es ist der kleinste Tonsprung (ein Ton ausgelassen)
die grosse Terz:
Hier muß man 4 Halbtöne zählen.
z.Beisp: c - e; fis -ais;
Für die abfallende grosse Terz ist der Anfang der
5.Symphonie von Beethoven typisches Erkennungsmal.
die kleine Terz:
Hier muß man 3 Halbtöne zählen.
z. B. c -es ; fis - a;
Die abfallende kleine Terz ist auch der Kuckucksruf oder
"Hänschen klein". c - a
d) Die Quinte
Es ist der Abstand vom ersten zum fünften Ton : do -so
Die Quinte gehört zu den "reinen" Intervallen. Deswegen sind
die Streichinstrumente (außer dem Kontrabass) in Quinten
gestimmt.
Geige von unten: g - d - a - e
Der Übersicht wegen üben wir hier nur den Quintabstand der
weissen Tasten.
In Musikstücken ist der Quintton neben dem Grundton der
dominierende, wichtigste Ton : Dominantton.
e) Die Sexte
Es ist der Abstand vom ersten zum sechsten Ton: do - la
Beispiel: d - h; g -e;
Dieses gesanglich spannungsvolle Intervall wie in "My Bonnie"
wird sehr viel in der Romantik verwendet, wenn es um
Sehnsucht geht.
Auch hier gibt es die kleine und große Sexte. Das soll in diesem
Zusammenhang aber nicht weiter behandelt werden.
Auf manchem Handy steht aber unter Mozart 40 das bekannte
Motiv aus dieser Symphonie:
es- d -d; es -d -d; es -d - d - b
f) Die Septime
Es ist der Abstand vom ersten zum siebenten Ton: d - ti
vom Grundton zum oberen Leitton
Dieses ist ein dissonantes Intervall mit einer gewissen Reibung
z.B. c - h; d -cis
Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass es auch hier eine
kleine Septime gibt, die wiederum recht weich klingt.
g) Die Oktave
Es ist der Abstand vom ersten zum achten Ton,
vom unteren Grundton zum oberen Grundton : do -do
Dieses Intervall ist nur in der Klangfarbe zu unterscheiden.
z.B. c - c´ ; e´ -e`` ;