Jenes Prinzip der akkordischen Statik prägt entscheidend den Verlauf des folgenden Stückes mit dem Titel Bydio. Das Bild des vorüberziehenden ochsenkarrens.wird mit einfachen, aber gerade darum überzeugenden Mitteln gezeichnet: die extrem tiefe Lage der im ff angesiedelten Baßtöne, die in regelmäßigen Achteln das Stück durchziehen, schafft einen bildhaften Eindruck jenes holprigen Weges, auf dem der Karren von ochsen gezogen wird.
Die Gleichförmigkeit im Bewegungsablauf des Karrens wird durch die weitgehende Beibehaltung des akkordischen Untergrundes symbolisiert, zu dem die Melodie :lurchaus in Gegensatz tritt. So gilt der Eindruck der harmonischen Fläche gerade in diesem Stück in besonderer Weise.
Insgesamt werden nur wenige Akkordfolgen verwendet, im Vordergrund steht dabei der jeweils über 4 Takte beibehaltene gis-Dreiklang, der mehr als ein Drittel des gesamten akkordischen Materials bestreitet14.
Gis-Moll, die Tonart von Nr. 4, liegt auch dem 2. Stück („Das alte SchloB") zugrunde. Die Nr. 2—4 repräsentieren den Kreis der Kreuztonarten im Verlauf des 7yklus, der einzig in Nr. 8 mit h-moll (Con mortuis in lingua mortua) noch einmal aufgegriffen wird.
Verblüffend wirkt die Ähnlichkeit bestimmter Merkmale in beiden Stücken—scheint sich doch die gleiche Tonart auch auf die Ausdruckswertigkeit hin auszuwirken (vgl. Übersichtj. In Nr. 2 liegt eine Komposition vor, die mit äußerster Konsequenz den Grundtonbezug in Gestalt des rhythmisierten gis bewahrt. An keiner
Stelle wird der Grundton aufgegeben, er begleitet alle harmonischen Vorgänge als konstantes Prinzip. Die hier mithilfe des beibehaltenen Grundtones realisierte Ostinatik wird in den beiden folgenden Stücken Nr. 3 (Die Tuilerien) und Nr. 4 (Bydio) auf der Basis bestin ter Akkordfolgen durchgeführt.