Petrograd, 13. Juni 1875. . . das
Volk allein ist unverfälscht, ein Ganzes, groß, ohne Tünche.
Und welch wahrhaft unheimlichen Reichtum bietet die Sprache des Volkes
dem Musiker, solange die Eisenbahn noch nicht ganz Rußland umgekrempelt
hat. Welch unerschöpfliche Fundgrube (bis auf weiteres wiederum) zur
Erfassung alles Echten ist doch das Leben des russischen Volkes! ... die
Musiker aber ergötzen sich nur am Wechsel der Harmonien und erblicken
ihr Gewerbe in der Handhabung technischer Spitzfindigkeiten, im Wahn, damit
Typisches zu schaffen. Wie traurig ist das ! Der Maler versteht es längst,
Farben zu mischen, und handelt nach freiem Ermessen, falls Gott ihm Verstand
verlieh; unser Bruder Musikus aber tüftelt und nimmt Maß, und
hat er Maß genommen, fängt er von neuem an, zu tüfteln
kindlich, die reinste Kinderei!