Walther stellt sich bei Pogner vor:
Hier eben bin ich am rechten Ort
Gesteh`ich`s frei, vom Lande fort
was mich nach Nürnberg trieb,
war nur zur Kunst die Lieb.
Vergaß ich`s gestern Euch zu sagen,
heut muß ich`s laut zu künden wagen:
ein Meistersinger möcht`ich sein.
sein erster Liedvortrag: (erste Probe vor den Meistern)
Am stillen Herd in Winterszeit,
wann Burg und Hof mir eingeschneit,
wie einst der Lenz so lieblich lacht`
und wie er bald wohl neu erwacht,
ein altes Buch, vom Ahn vermacht,
gab das mir oft zu lesen.
Herr Walther von der Vogelweid`,
der ist mein Meister gewesen
Aus den letzten Phrasen des Liedes , die das Motiv weiterspinnen, formt
Wagner einen Ausklang, zu dem Sachs-wohlgefällig- und Bckmesser -boshaft-
ihre Anmerkungen machen. Nach der Schul befragt, in der er das Singen sozusagen
praktisch, erlernt habe, antwortet Walther mi einer zweiten Stroph seines
Liedes.
Wann dann die Flur vom Frost befreit
und wiederkehrt die Sommerszeit,
was einst in langer Wintersnacht
das alte Buch mir kundgemacht,
das schallte laut in Waldespracht,
das hört ich hell erklingen:
im Wald dort auf der Vogelweid
da lernt ich auch das Singen.
Walther setzt eine ausführliche Erklärung an die Stelle
einer einfachen Antwort auf die Frage, ob er bereit sei, ein Meisterlied
zu singen.Aus seinem immer schwungvoller werdenden Gesang formt sich beinahe
eine "Arie".
Was Winternacht, was Waldespracht,
was Busch und Hain mich wiesen
was Dichtersanges Wundermacht
mir heimlich ollt erschließen;
was Rosses Schritt beim Waffenritt,
was Reihentanz bei heitrem Schanz
mir singend gab zu lauschen:
gilt es des Lebens höchsten Preis,
um sang mir einzutauschen,
zu eignem Wort und eigner Weis
will einig mir es fließen,
als Meistersang, ob den ich weiß,
Euch Meistern sich ergießen.