Der Fliedermonolog

Die dritte Szene (2.Aufzug) zeigt die Schusterwerkstatt
und es erklingt das wiederholte Schustermotiv.
Dieses verklingt und das Sehnsuchtsmotiv taucht in gedehnter Form auf. Dann entwickelt sich in den Hörnern das
zarte Frühlings- oder Fliedermotiv.
"Lenzens Gebot, die süße Not..."
Der Monolog schließt ab mit einer volksliedhaften Melodie.

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Sachs:

Was duftet doch der Flieder  so mild, so stark und voll!
Mir löst es weich die Glieder, will, daß ich was sagen soll.
Was gilt´s was ich dir sagen kann? Bin gar ein arm einfältig Mann!
Soll mir die Arbeit nicht schmecken, gäbst, Freund, lieber mich frei,
tät besser, das Leder zu strecken, und ließ alle Poeterei!
Und doch, s´will halt nicht gehn ich fühl´s und kann´s nicht verstehn
kann´s nicht behalten  doch auch nicht vergessen
und faß ich es ganz, kann ich´s nicht messen.
Doch wie wollt ich auch messen, was unermeßlich mir schien
Kein´ Regel wollte da passen und war doch kein Fehler drin.
Es klang so alt und war doch so neu wie Vogelgesang im süßen Mai.
Wer ihn hört und, wahnbetört, sänge dem Vogel nach,
dem brächt es Spott und Schmach . Lenzes Gebot, die süße Not
die legt es ihm in die Brust, nun sang er wie er mußt.
Und wie er mußt so konnt er´s. Das merkt ich ganz besonders.
Dem Vogel, der heut sang,  dem war der Schnabel hold gewachsen
macht er den Meistern bang, gar wohl gefiel er doch Hans Sachsen