Liszt schrieb 3 symphonisch angelegte Messen, eine für Männerchor(1848, 2. Fassung 1869), die musikalisch prunkvolle Graner M. (1855) und die Messe zur Krönung von Franz Joseph II. zum ungarischen König (1867); seine Missa choralis (1865) bringt eine Rückwendung zum schlichten Satz, zur Einstimmigkeit und Orgelbegleitung
Liszt bekennt in spätromantischer Haltung, die Kirchenmusik sei weihevoll, stark und wirksam, sie vereinige in kolossalen Verhältnissen Theater und Kirche, sie sei zugleich dramatisch und heilig, prachtentfaltend und einfach (Über zukünftige Kirchenmusik, 1834).
        In seinen frühen Messen verfährt Bruckner traditionell (C Dur, 1842; Choral-Messe für vierstimmigen-gemischten Chor und Org. auf den Gründonnerstag, 1844; Missa solemnis, 1854).
Bruckners späte Messen sind ein Gipfel der symphonischen Meßkomposition, indem sie a cappella-Stil und Symphonik verschmelzen (D moll, 1864; E moll, 1866; F moll, 1868).
Unter den großen Musikern Frankreichs folgen Gounod . Saint-Saens (1856) und C.Franck.
Die vom Caecilienverein (- Caecilianisnius) getragenen Bestrebungen zur Pflege der kirchlichen a cappella-Musik des 16. Jh. standen der Instrumental-M. ablehnend gegenüber.-

Die Messkomposition der neueren Zeit, so besonders die unter dem Eindruck der Messen von G. de Machaut von Strawinsky (1948) komponierte Messe für Chor und Bläser (nach dem Vorbild der östlichen Kirchenmusik ohne Orgel), erstrebt, wenngleich ihrer Herkunft nach nicht liturgisch, mit artistischen Mitteln den Eindruck des Dogmatischen und Entpersönlichten.

Aus dem 19. Jh. sind noch zu nennen Fr. Kiel mit seiner Missa solemnis (1867, komponiert 1865) sowie die Große M. von F. Draeseke (1891) und dessen a capella-Messe..

Die jüngste Vergangenheit brachte zahlreiche Versuche, auch in der gesungenen Messe des katholischen Ritus wieder die Gemeinde zu Wort kommen zu lassen: entweder durch die Wiederbelebung des Volkschorals (während der Chor das Proprium missae mehrstimmig singt) oder durch Ordinariumsvertonungen, die im Wechsel von Chor und Geinemde gesungen werden (alternatim-Messen, z. B. von H. Schroeder, E. Tittel,J. Gelineau).