Greisin Musica
Die Aufführung in der Tonhalle litt unter trutzig-klobigen
von Salvador Mas
Conde magistral verwa1ten Tempi. Er kapellmeisterte
das Stück herunter Als habe es nichtt in den letzten Jahrzehnten Leute
wie Gardiner Parrott, Neumann oder Harnoncourt gegeben die zufälliger
Weise zur c moll Messe sehr, in Worten, sehr bedenkenswerte , CD-Mitteilungen
abgegeben haben.
Bei Mas Conde klang Mozart nicht nach Trösterin
sondern nach Greisin MusicaGreisin Musica: Grotesk das Silbengehacke im
Credo, röchelnd die breiten Schußfloskeln der Chorfugen,' gänzlich
zur Wattiertheit verurteilt das ,,Quoniam" (das ist ein Allegro im
Alla-breve-Takt, Herr!).
Es stimmt zwar, dass nackte Tempi nichts über innere
Bewegung sagen .Aber wenn ein Dirigent schier mit Wohnzimmerpuschen ans
Pult tritt, ist er für equilibristische Manöver falsch gekleidet.
Oder war es Rücksicht auf den Städtischen
Musikverein? Nun, der ist zwar kein elitärer Kammerchor doch weitaus
quicker, als Mas Conde zu glauben scheint. Unter animierenden Dirigenten
klingt er übrigens in der Regel schöner.
Bleibt Elisabeth von Magnus als Sopran II mit
geläufigen Koloraturen, seltsamer Neigung zu inegalen Notenwerten
und spitzen, nicht ins Timbre integrierten Höhen. Tenor Jörg
Schneider versang sich im ,,Quoniam" so auffällig, dass er sich
sogleich in Diskretion übte. Bassist Sami
Luttinen komplettierte die Soli im ,,Benedictus" zum Quartett
Keine Pause, müderBeifall. Bald war
man daheim, um den Staub ab-
zuklopfen.
WOLFRAM GOERTZ