Die "vermutliche" Aufführung

        Tagebuch von Nannerl        Rekonstruktion anhand Material          Besetzung

Man weiß nicht genau, wie weit Mozart mit der Messe vorangekommen war, als er sie mit nach Salzburg nahm, um sie dort zur Aufführung zu bringen.
Wahrscheinlich war sie, wie er selbst schrieb, halb fertig (Kyrie und Gloria) Das Credo blieb unvollendet, (das Agnus Dei wurde überhaupt nie geschrieben). Die Messe konnte kaum in dem Dom aufgeführt werden, in dem Erzbischof Colloredo das Sagen hatte; aber es gab eine gleich große Stätte, mit der die Mozarts seit langem freundschaftliche Beziehungen unterhielten (das Benediktinerstift Sankt Peter. Die einzige Information über die Uraufführung der Messe enthält Nannerls Tagebuch

". . den 25 ten [Oktober 1783] um 8 uhr in der Mess. in capelHaus (Gebäude für die Chorknaben, in der heutigen Sigmund-Haffner-Gasse gelegen) bey der prob von der mess, meines bruders. bey welcher meine Schwägerin die (Sopran) Solo Singt  ... den 25 ten(recte 26) zu St Peter in amt mein bruder sein amt gemacht worden, die ganze hofmusik war dabey."
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Zum Glück sind Bruchstücke des Notenmaterials für die Uraufführung erhalten, und aus ihnen können wir ersehen:1) daß Kyrie, Goria, Sanctus und Benedictus gespielt wurden und 2) daß die Stimmen --vorhanden sind für die Orgel, erste, zweite und dritte Posaune  von c-moll in die anfänglich schwierigere Tonart b-moll transponiert worden sind.  ....
Nun ergab es sich, daß die Salzburger Peterskirche wie jedes Jahr am 26.Oktober das Fest des heiligen Amandus (Bischof von Maastricht, der zweite Schutzheilige des Stifts) mit viel Prunk und einem besonderen liturgischen Ablauf  beging.
Zum Beispiel wurde meistens das ganze Credo ausgelassen - genau der Teil also, den Mozart in der c-mollMesse nicht vollendet hatte ( und der in dem zwar nicht aufgeführten, aber fast fertiggestellten "Et incarnatus est" das schwierigste Sopran-solo des ganzen werks enthält.)
Wie wir wissen,gab es in den Originalnoten kein Credo. Doch die Sache hat einen Haken; denn wenn das Fest des Heiligen Amandus auf einen Sonntag fiel - was 1783 sderfall war , wurde das Credo nicht gestrichen. Wir werden den Ablauf der Messe nie erfahren, doch möglicherweise ließ man das Credo ausfallen, oder man bot es einfach in gregorianischerm Gesang dar (wie vielleicht auch das fehlende Agnus ?)
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Der Chor der Peterskirche setzte sich aus zehn Knaben und männern zusammen, eventuell ergänzt durch die gleiche Anzahl von Instrumentalisten. Das Instrumentalensmble hatte weder Fagottisten noch Posaunisten; solche holte sich Mozart wahrscheinlich aus dem hoforchester oder vom Stadtthurnermeister" und seinen Schülern.
Laut Nannerl nahm die ganze Hofmusik teil, das heißt, die zweite Solosopranstimme, die genauso schwer war wie die erste, könnte von einem der mit der Familie befreundeten Kastraten gesungen worden sein, Francesco Ceccarelli oder Michelangelo Bologna, und der Tenorpart von einem weiteren Freund der Familie, der auch in Nannerls Tagebuch erwähnt wird, Giuseppe Tomaselli.
Das (anspruchslose) Baßsolo im Benedictus hätte jeder gute Bassist aus dem Chor singen können.
Vermutlich spielte Mozart entweder Orgel, oder er dirigierte (vom Pult der ersten Geige aus?)
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