Eine kleine Nachtmusik
 

Mozart schrieb die "kleine Nachtmusik" 1787, in einem Jahr, in dem er zwar wenige, aber bedeutende Kompositionen vorlegte, und zu einer Zeit, in der er immer mehr in wirtschaftliche und gesellschaftliche Schwierigkeiten geriet.

In seinem eigenhändig geführten Werkverzeichnis steht diese Komposition mit dem Datum 19.August verzeichnet:
"Eine kleine Nachtmusik, bestehend in einem Allegro, Menuett und Trio. - Romance. Menuett und Trio. und Finale.- 2 violini, viola e bassi."
Das für die Gattung der Serenade typische zweite Menuett, das dem Werk eine symmetrische Anlage gegeben hätte, ist offenbar verloren gegangen.

Serenaden bestehen aus mehreren, oft aus vielen Sätzen von unterschiedlichem Charakter. Unter ihnen sind Tänze (meistens Menuette); Märsche; gefühlvolle langsame Stücke (Romanzen):Konzertsätze für ein Soloinstrument, das vom Orchester begleitet wird.
Die meisten Serenadenmusiken wurden für kleinere Instrumentalbesetzungen geschrieben, manche verlangen auch größere Orchester. Serenaden wurden auf Bestellung geschrieben: Sie waren Auftragswerke. Manche Auftraggeber ließen sie unter ihrem eigenem Namen aufführen.
Solche Musiken für die nächtliche Aufführung im Freien sind aus dem 16.Jahrhundert bekannt. Zunächst waren es vorwiegend Vokalstücke, also Werke für Sänger, später überwiegend Instrumentalmusiken.
Zu den prächtigsten Beispielen gehört GEORG FRIEDRICH HÄNDELS "Wassermusik". Sie verlangt ein großes Orchester mit verschiedenen Instrumentalgruppen, umfaßt 20 Sätze und wurde 1717 bei einem Fest, das der englische König GEORGE I. veranstalte, von mehreren Schiffen bzw. Flößen aus aufgeführt.

Zu MOZARTS Lebzeiten hatten Serenaden meistens den intimen Charakter von >Ständchen<, an denen nur wenige Instrumente beteiligt waren.
MOZART hat - ebenfalls als Auftragswerke - viele Serenaden komponiert.
Unter ihnen sind einige bis heute bekannt und beliebt:

- die >Haffner-Serenaden<, KV 250, geschrieben 1776 für die Salzburger
           Bürgermeisterstochter Maria Elisabeth Haffner,
- die >Serenata Notturna<, KV 239, für zwei kleine Orchester und Pauken,
           geschrieben 1776,
- die >Posthorn-Serenade<, KV 320, geschrieben 1779 im Auftrag der Universität
          Salzburg und
-die   Serenade KV 361 für 13 Blasinstrumente, geschrieben 1781, >Gran Partita<.