
Joseph Haydn ist der älteste jener drei Komponisten, deren
Wirken im späten 18. Jahrhundert und zu Beginn des 19. Jahrhunderts
eine ganze Epoche der Musikgeschichte bildet. Keiner von ihnen
war ein gebürtiger Wiener, und doch sind ihre Namen untrennbar
mit Wien verbunden: Joseph Haydn,
Wolfgang Amadeus Mozart
und Ludwig van Beethoven sind als die "Wiener Klassiker"
in die Kulturgeschichte eingegangen; Joseph Haydn kann als der
"Vater" der Wiener Klassik angesehen werden. In seiner
Musik kristallisieren sich charakteristische Kompositionsformen
und Gattungen dieser Stilepoche heraus, etwa die viersätzige
Form der Sinfonie mit Menuett und langsamem Satz; das Streichquartett
ist seine "Erfindung", und seine Klaviersonaten zeigen,
wie sich improvisatorischer Geist und persönlicher Ausdruck
mit formaler Objektivität vereinbaren lassen. Ob Oper oder
Kammermusik, Sinfonie oder musica sacra - Haydns Oeuvre
zeugt von einer reichen spielerischen und schöpferischen
Phantasie, die sowohl bodenständige Volksmusik als auch fremdes
Kolorit in die "Kunstmusik" zu integrieren verstand.
Wissenschaftliche Leitung: Mag. Zsigmond Kokits