Beethovens 9.Symphonie

Zwischen Abschluß der achten und Beginn der neunten Symphonie von Beethoven lagen fast acht Jahre. Die Gründe für diesen langen Zeitraum könnte man in der anspruchsvolleren Aufgabe suchen. Auch die Ausmaße der "Neunten" könnten dafür verantwortlich sein. Insgesamt senkte sich jedoch die Schaffenskurve Beethovens bis gegen 1818/19 um gegen 1920 dann wieder sprunghaft anzusteigen. Diese Phase des Anstiegs unterschied sich in der Produktivität deutlich von seinen früheren Arbeitsperioden. Weitere Gründe für den langen Zwischenraum zwischen 8. und 9. Symphonie sind in Beethovens Privatleben zu suchen. Durch den Tod des Fürsten Kinsky und die Zahlungsunfähigkeit des Fürsten Lobkowitz drohte die finanzielle Unterstützung, die Beethoven zu- gesichert wurde, zu entfallen. 1815 starb dann Beethovens Bruder Karl und bestimmte durch sein Testament seinen Bruder zum Mitvormund für seinen Sohn. Mit diesem Neffen erlebte Beethoven eine Folge von ;Enttäuschungen, mit seinen Bediensteten stand er fortwährend auf dem Kriegsfuß und durch seine andauernde Krankheit litt auch sein Gehör, das er mit fortlaufend größeren Hörrohren unterstützen mußte.

Nur der eiserne Wille und die Besessenheit eines Genies konnte in diesem Zustand noch solche Leistungen hervorbringen wie sie Beethoven hervorbrachte. Die Entstehungsgeschichte der 9.Symphonie reicht weit zurück. Bereits 1912 berichtete Beethoven von der Arbeit an dieser Symphonie. Wie man aus Aufzeichnungen aus dieser Zeit erkennen kann, war d-moll schon damals die geplante Tonart. Außerdem fanden sich Ansätze zur Vertonung von Schillers Ode und die Anmerkung: "Freude schöner Götterfunken-Ouvertüre ausarbeiten. "Lange blieb dieser Plan unberücksichtigt. Noch länger als diese Idee trug Beethoven jedoch seine einzelnen thematischen Ideen mit sich herum an denen er feilte und feilte bis er sie an geeigneter Stelle einsetzen konnte.Die Grundidee und -gestalt des Anfangsthemas aus dem ersten Satz taucht schon in einer Skizze im Jahre 1809 auf. Ein Prototyp des sprunghaft beginnenden Scherzo-Themas aus dem zweiten Satz erscheint bereits 1817 .Systematisch arbeitete Beethoven erst im Jahre 1822 an seiner Symphonie. Zu diesem Zeitpunkt wurde auch das "Freude"-Thema von ihm ernsthaft in Angriff genommen und konzipiert, er schwankte jedoch noch zwischen einem vokalen und instrumentalen Finale. Schließlich ließe sich dann sagen daß sich Beethoven für die Einbeziehung der Schiller-Ode entschloß um eine krönende Schlußwirkung zu erzielen. Spätestens Anfang 1824 stellte Beethoven die Symphonie dann fertig. Ursprünglich war die Symphonie wohl für London bestimmt. Am 6.April 1822 ließ er in London durch einen ehemaligen Schüler nach einem Gebot der philharmonischen Gesellschaft für die Symphonie anfragen. Die Antwort lautete 50 Pfund Sterling und die Bestellung der Gesellschaft war auf den 10.November 1822 angesetzt. Die "Neunte" wurde von ihm aber erst viel später abgeschickt. Obwohl das Honorar bereits in seinen Händen war. Während die Aufführung in London erst am 21.März 1825 zu hören war fand die Uraufführung in Wien bereits am 7.Mai 1824 statt. Ursprünglich sollte das Werk in Berlin aufgeführt werden, jedoch wurde Beethoven durch den Rossini-Taumel in Berlin stark gekränkt. In Wien jedoch taten sich verschiedene Künstler zusammen, um Beethoven zu bitten, seine neuesten Schöpfungen seiner zweiten Vaterstadt nicht nseiner Einwilligung widmete er jedoch sein Stück im Nachhinein dem König von Preußen Friedrich Wilhelm III. Durch ein kleines Mißgeschick beim Dankesschreiben des Königs, der Beethoven ein reiches Geschenk ankündigte,wo aber beim Öffnen des Schreibens nur ein fast wertloser Stein zm Vorschein kam, blieb die Uraufführung in Wien die letzte öffentliche Ehrung des mittlerweile völlig ertaubten Komponisten.