Warum ich Didgeridoo spiele
Es ist ja ein sehr exotisches Instrument mit dem flair ein Instrument der Aborigines in Australien zu sein. Und so ist es sicher ein Experiment neben meiner Trompete und dem Saxophon dieses in die Reihe der üblichen Instrumente zu stellen.
Zweifelsohne ist es ein Holzblasinstrument, das sich aber von unseren gebräuchlichen sehr absondert.
Der Körper ist meist ein dickes, 1-2 m langes hohles Bambusrohr - und nichts weiter! Kein Mundstück und keine Löcher, um verschiedene Töne zu produzieren.
Mein persönliches Instrument ist schön ausgearbeitet aus Kalyptus- Holz, dessen Inneres angeblich die Termiten ausgehöhlt haben.
Jedes Instrument hat einen eigenen Grundton, der auch immer vorhanden ist, alle anderen musikalischen Ereignisse, meist Obertöne, setzen sich dann darauf.
Die Erzeugung der Schwingungen entsteht einfach durch lockeresFlattern der beiden Lippen, wie beim Prusten eines Pferdes.
Dennoch ist die Kontrolle kein Kinderspiel, es kann lange dauern dieses in den Griff zu bekommen - nicht aufgeben!
Das Wesentliche ist die Atmung. Um einen kontinuierlichen Ton zu produzieren muß man das zirkuläre Atmen erlernen. Manche können das sehr schnell von Natur aus. Das ist ein sehr ungewöhnliches Zusammenspiel von Brustatmung und Bauchatmung. Man kann die im Mundraum gespeicherte Luft ausatmen, mit dem Zwerchfell abstützen und gleichzeitig den Brustraum durch die Nase neu mit Luft füllen.
Mich faszinieren die ungeahnten Möglichkeiten der eigenen Ton-und Lautgestaltung. Ich liebe das Lauschen in die variablen Obertöne, das "flanging" und dann wieder die Improvisation mit derben rhythmischen Tier-und Menschenlauten aller Art.
Ich wünsche, dass mehr Musiker diese Erfahrung machen können.