Die Oper (Kurzreferat/Lena/Kirsten)
allgemein
die Pariser Oper
Die Oper entstand um 1600 in Italien. Im 17.Jahrhundert verlagerte
sich das Zentrum der Opernproduktion nach Rom.Aus spätrömischen
und venizianischen Impulsen ging in der zweiten Hälfte des 17.Jahrhunderts
die eigenständige französische Oper hervor.
Definition:
Oper ist der seit 1639 nachweisliche Sammelname für eine profane
dramatische Handlung, die sich im zusammenwirken von Sprache, Szene und
(im Unterschied zu den verschiedenen Formen des Schauspiels mit Musikeinlagen)
durch die Musik konstituiert.
Die Operngeschichte kennt nur zwei vielfach wiederstreitende Grundformen,
die allerdings eine Fülle von Möglichkeiten und Zwischenstufen
zuließen:
1.die durchkomponierte Handlung mit mehr oder weniger hervorgehobenen
musikalisch-dramatischen Schwerpunkten,
2.Wechsel von geschlossen Musikstücken mit musikalisch dem Sprechfall
angeglichenen Dialogpartien.
Der Sozialcharakter der Oper im 18. Jahrhundert war primär
aristokratisch bestimmt. Die Oper des 20. Jahrhunderts beinhaltet ein Repertoire
älterer Werke, neben denen sich eine moderne Oper behaupten
muss.
Die Pariser Oper:
Und daß sich daran bis in den Anfang des 20. Jahrhunderts nichts
Grundsätzliches geändert hatte, stellten Romain ROLLAND und Claude
DEBUSSY unverblümt fest:
"Die Oper ist ein prunkvoller Gesellschaftssalon geworden oder
geblieben, wo sich das Publikum mehr für sich als für die Aufführung
interessiert. Trotz der enormen Summen, die sie jedes Jahr verschlingt,
studiert man jährlich mit Mühe ein oder zwei ncue Werk
ein: und darunter finden sich sehr selten solche Werke, die für die
Bewegung der Gegenwart charakteristisch sind [....] Trotz aller Wandlungen
des Geschmacks und trotz aller Zeitungskritiken ist die Oper bis heute
ein Meyerbeer und Gounodtheater geblieben, und man muß allerdings
zugeben, daß es dafür ein Publikum gibt. "2
"Das Theater begann
damals dem Neuen zu mißtrauen", schrieb Camille SAINT SAENS im Rückblick
auf die sechziger Jahre des 19. Jahrhunderts. Betrachtet man die Spielpläne
der Pariser Großen Oper, so ist das Verbleiben in gewohnten Bahnen,
die Scheu, sich dem Risiko von Aufführungen neuer, unbekannter Werke
auszusetzen, unübersehbar:
Zwischen 1852 und
1870, in einem Zeitraum von fast zwanzig Jahren, standen lediglich fünf
Uraufführungen französischer Werke auf dem Programm. Diese Tatsache
blieb sogar von der ausländischen Presse nicht unbemerkt; so schreibt
die Allgemeine musikalische Zeitung 1872 mit unverhohlener Ironie:
"Die
Nationale Grosse Oper macht es gerade wie es die kaiserliche früher
gemacht hat: Sie ruht auf ihren Lorbeeren aus! Die Zugopern des alten Repertoires
müssen irnmer wieder herhalten. Auf den Propheten' folgt Faust' oder
Der Troubadour', ausnahmsweise' auch der Wilhelm Tell' und umgekehrt
Neues giebt es da, ausser dem Debut des Tenors Trinquier, das passabel
ausgefallen ist, Nichts zu melden."
"Vergangenen
Montag ist in der Grossen Oper der Prophet' zum dreihundertsten Male gegeben
worden. Zur Abwechslung wird nun jetzt dic Afrikanerin' einstudirt. " 1
Aber,
ein für allemal, unsere Oper müßte ein Theatermodell, eine
Musterbühne sein, und nicht ein Ort, wo der aufwendige Luxus die Armseligkeit
des Gebotenen nicht zu kaschie ren vermag."
Wenn
also die jüngeren Komponisten um 1870 zu opponieren begannen. so nicht
nur, weil sie sich um ihre künstlerischen Möglichkeiten betrogen
sahen, sondern
auch, weil sie nicht zulassen wollten, sich aus dem,
was man unter "französischer Musik" verstand, an einem so glanzvollen
und repräsentativen Ort, wie es die Große Oper war, ausgeschlossen
zu sehen.
Anders verfuhr das zweite große Pariser Musiktheater,die
Opéra Comique,die sich nicht auf die Wiederholung immer derselben
Werke beschränkte, die Publikumswirksamkeit nicht zum alleinigen Kriterium
ihrer Programmgestaltung machte. Zwar genossen auch hier bestimmte Werke
deutlichen Vorrang, nämlich die der drei "klassischen" Vertreter der
komischen Oper BOIELDIEU, AUBER,
ADAM
, doch gab man auch Werken junger Komponisten Raum und neben der komischen
Oper auch anderen Operntypen. Die musikalische Spannweite der Aufführungen
sei mit einigen markanten Werktiteln angedeutet:
1875
"Carmen "von Georges Bizet
881
"Les contes d'Hoffmann" von Jacques Offenbach
1884
"Manon" von Jules Massenet
1898
"Fervaal" von Vincent d'Indy
1900
"Louise" von Gustave Charpentier
1902
"Pelléas et Mélisande" von Claude Debussy
Mit
Recht bezeichnete Romain ROLLAND die Opéra Comque als die "Stätte
der kühnsten Versuche des Musikdramas " in Frankreich.