Schönberg, Sibellus, Debussy in der Tonhalle
Drei Tode auf Zehenspitzen
.... Zweimal spielten die Düsseldorfer Syniphoniker
auf hohem Niveau, einmal gar schienen sie sich völlig in die Sphäre
des Melisande-Universums verloren zu haben. Sie spielten wie entrückt,
suchten nach Verborgenem, ließen das Elysische in unsere Ohren träufeln.
Das war am Ende, bei Debussy.
Debussys 0per hatte Fiore zu einer "symphonischen
Reise" zusammengestellt, durch die kunstvolle Verbindung der Zwischenspiele.
Die Düsseldorfer wagten keine Experimente im
Windkanal, sie suchten Stimmungen und fanden Erfüllung. Fiore wollte
an den Kern. Aber wie? Innendruck erhöhen, umschalten auf ,,lyrisch",
instrumentale Farb-Palette auftragen.
Jedes Piano wurde am Ende einer Phrase zurückgeführt
an die Grenze zum Nichts, aus dem dann ein neuqr Atem sog. Atem für
Mélisande für eine Fabel-Geschichte? Egal. Hier glückte
alles. Keine Selbstdarstellung der Bläser, jeder hauchte ganz privat,
nie aufdringlich und zeigte, wie man Bögen schwingen lässt. Wie
man Phrasen erzeugt, die auf Zehenspitzen gehen Wie man die Musik nicht
versüßllcht, sondern ihr bei aller Zartheit Konturen gibt. Vergessen,
dass diese Musik auch für Sänger bestimmt ist.
Die unerfüllte Liebe
5.Symphoniekonzert unter John Fiore
WZ, Montag 11.12.200 (busch)
....... Dass Fiore auch mit diffizilen Tönen
umzugehen vermag, bewies er beim Querschnitt durch Debussys Meisterwerk
von 1902. Unter seiner sensiblen Leitung tauchten die Musiker ein in die
Welt des zauberischen Impressionismus. Die Homogenität der Streicher
genügte dabei den höchsten Ansprüchen.